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Deutschland - 10.06.2019

Augenzeugen berichten von SEK-Einsatz im Mordfall Lübcke

Ermittler: Kasseler Regierungspräsident wurde erschossen

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke starb an einem Schuss in den Kopf. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft. (Quelle: t-online.de)

Neben aktuellem SEK-Einsatz: Das sind die Informationen zum Fall des toten CDU-Politikers Lübcke, die bisher bekannt sind. (Quelle: t-online.de)


Die Polizei nimmt einen Verdächtigen fest und lässt ihn wieder frei. Nun soll es laut einem Medienbericht einen SEK-Einsatz auf einer Fähre gegeben haben. Die Ermittler kämpfen gegen Spekulationen.

Nach der Freilassung eines Mannes hat die Sonderkommission zum Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten am Montag weiter ermittelt. Die mehrstündige Vernehmung des Mannes in der Nacht zu Sonntag hatte keine Anhaltspunkte für seine Tatbeteiligung ergeben. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Polizei am Montag aber keine Angaben zu möglichen Fortschritten bei der Untersuchung des gewaltsamen Todes von Walter Lübcke.

Ein Polizeieinsatz bereits am Samstagnachmittag auf zwei Fähren zur Insel Wangerooge soll laut „Bild“ im Zusammenhang mit dem Fall gestanden haben. Eine Augenzeugin berichtete der Zeitung, dass die Polizei mit Spezialeinsatzkräften (SEK) vor Ort waren und dass zwei Männer und eine Frau weggeführt worden seien. Dem Bericht zufolge durchsuchten Ermittler die Fähre „Wangerooge“ in Anschluss an die Festnahmen.

In einer Mitteilung der Polizei in Wilhelmshaven hatte es am Samstag geheißen, der Einsatz habe für ein anderes Bundesland stattgefunden. Um das laufende Verfahren nicht zu gefährden, könnten keine weiteren Auskünfte erteilt werden. Auch der Nachrichtenagentur AFP gegenüber wollte sich das hessische Kriminalamt nicht äußern. Ein Sprecher der zuständigen Sonderkommission kündigte demnach aber für Dienstagvormittag weitere Informationen zu dem Fall an.

Gerüchte könnten den Ermittlungen schaden

Die Staatsanwaltschaft Kassel und die Soko teilte am Sonntag mit, dass der zur Befragung in Gewahrsam genommene Mann in den frühen Morgenstunden wieder entlassen worden sei. Sie riefen in ihrer Mitteilung dazu auf, „sich nicht an Spekulationen zu beteiligen, um nicht den Eindruck einer Vorverurteilung zu erwecken.“ Dies schade den Ermittlungen.

Ein Sprecher der „Soko Liemecke“, die im Fall Lübcke ermittelt, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Soko arbeite auch an den Feiertagen intensiv an der Auswertung der Spuren. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wurden telefonische Hinweise, Fotos und Videos ausgewertet. Zuletzt waren 160 Hinweise eingegangen. Der Fall war am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ vorgestellt worden.

Lübcke wurde auf seiner Terrasse erschossen

Der politische Spitzenbeamte Lübcke leitete seit einem Jahrzehnt das nordhessische Regierungspräsidium, eine Behördenebene zwischen Landesregierung und Kommunen. Er war in der Nacht zum vorletzten Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden.
 

 
Die Trauerfeier ist für den 13. Juni in Kassel geplant. In der Martinskirche wird es einen Trauergottesdienst mit „protokollarischen Ehrenbekundungen“ geben, wie eine Sprecherin der hessischen Landesregierung angekündigt hatte. So soll der Sarg mit der hessischen Flagge bedeckt werden. Polizei und Bundeswehr halten eine Ehrenwache. Als Redner wird unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet. Die Beerdigung im familiären Kreis wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

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