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Sport - 08.07.2019

Afrika Cup: Madagaskar sensationell im Viertelfinale

Die Reise von Außenseiter Madagaskar beim Afrika Cup in Ägypten geht weiter. Die Achtelfinal-Partie gegen DR Kongo entscheidet sich erst im Elfmeterschießen. Algerien setzt sich gegen Guinea durch.

Im Elfmeterschießen hat sich Überraschungsmannschaft Madagaskar im Achtelfinale des Afrika Cups gegen DR Kongo durchgesetzt. Mit 4:2 (2:2, 2:2, 1:1) entschieden die Madagassen das Duell von Punkt für sich und krönten damit ein enges Spiel, das nach 90 und 120 Minuten 2:2 gestanden hatte, und in dem Kongo am Ende die bessere Mannschaft gewesen war. Madagaskar ist zum ersten Mal überhaupt bei einer Afrika-Cup-Endrunde dabei und trifft im Viertelfinale nun entweder auf Ghana oder Tunesien.

Frühe Tore, Kongo antwortet

In der ersten Halbzeit legte Madagaskar gleich fulminant los und ging früh in Führung: Ibrahim Amada fasste sich ein Herz und knallte den Ball per Direktschuss vom rechten Strafraumeck in den linken oberen Winkel des Tores (9. Minute). Eine kalte Dusche für die Kongolesen, die wenig später fast das 0:2 kassierten, weil Madagaskar weiter nach vorne drängte. Doch Kongo fing sich nach einigen Minuten wieder und kam dann etwas überraschend zum Ausgleich. Die Kongolesen profitierten dabei von einem Ballgewinn auf der linken Seite durch Ngonda Muzinga. Der 24-Jährige lief in den freien Raum, flankte nach innen, wo Stürmer Cedric Bakambu bereit stand und zum 1:1 einnickte (21.). Danach verlor die Partie ein wenig an Fahrt. Bis zum Pausenpfiff gab es keine nennenswerten Möglichkeiten mehr.

Kongos Cedric Bakambu traf zum 1:1-Ausgleich – danach vergab er mehrere Chancen zum Sieg

Dafür wurde es nach dem Seitenwechsel gleich wieder heiß, und wieder war Madagaskar verantwortlich: Kongos Torhüter Ley Matampi konnte einen Schuss von Jerome Mombris nicht festhalten und ließ den Ball nach vorne abprallen. Carolus Andriamatsinoro schoss aus drei Metern unter Bedrängnis aber links am Tor vorbei. Die nächste große Chance hatte Kongo: Bakambu umkurvte Madagaskars Torwart Melvin Adrien, sein Schuss war aber zu schwach und konnte von einem Verteidiger noch vor der Torlinie gestoppt werden. Insgesamt war die zweite Halbzeit schwächer als die erste. Bakambus Chance sollte für längere Zeit die letzte bleiben.

Dann aber folgte der nächste Paukenschlag Madagaskars: Nach einer gefühlvollen Flanke von rechts, lag Angreifer Faneva Ima Andriatsima waagerecht in der Luft und überwand Matampi mit einem Flugkopfball (77.). Erneut war die Kongolesen unter Druck, eine Antwort zu finden, und wieder lieferten sie – wenn auch spät: In der 90. Minute wuchtete Chancel Mbemba einen Kopfballaufsetzer nach einer Ecke ins linke untere Toreck. Wenige Augenblicke zuvor hatten die Kongolesen Pech, dass die Pfeife des Schiedsrichters stumm blieb. Yannick Bolasie war in den Strafraum gedribbelt und dort von Thomas Fontaine gelegt worden (87.).

Entscheidung im Elfmeterschießen

In der Verlängerung prüfte Kongos Ngonda Muzinga Adrien mit einem Weitschuss. Der Ball war abgefälscht und senkte sich gefährlich, doch Adrien lenkte ihn über die Querlatte (93.). Nach 100 Minuten war es Mbemba, der Adrien mit einem Kopfball prüfte und zu einer weiteren Parade zwang. Kongo war jetzt am Drücker. In der 108. Minute unterlief Adrien, der bis dahin gut gehalten hatte, fast ein folgenschwerer Fehler. Er ließ den Ball nach einer Flanke aus den Händen gleiten. Bakambu stand bereit und wollte abstauben, im Nachfassen war Adrien aber zur Stelle. Gegen Ende merkte man den Kongolesen deutlich an, dass sie ein Elfmeterschießen vermeiden wollten. Sie drängten auf das madagassische Tor, schafften aber keinen weiteren Treffer.

Im Elfmeterschießen wurde Marcel Tisserand vom VfL Wolfsburg zur tragischen Figur: Als erster Schütze des Kongo schoss er den Ball mit voller Wucht über das Tor. Da danach alle weiteren Schützen trafen, musste Bolasie, der vierte Schütze Kongos, unbedingt treffen. Doch er wiederholte den Fehler Tisserands und schoss genauso wuchtig über den Kasten wie der Bundesliga-Profi. Das Spiel war entschieden. 

Algerien weiter, Ägypten zieht Konsequenzen

Algerien bejubelt den Viertelfinal-Einzug

Auch Algerien sicherte sich durch ein 3:0 (1:0) gegen Guinea den Einzug in die nächste Runde. Die Treffer erzielten Mohamed Youcef Belaili (24.), Riyad Mahrez (57.) und Adam Ounas (82.). Der Sieg ging auch in dieser Höhe in Ordnung, Algerien war das aktivere Team. Belaili traf nach 24 Minuten aus spitzem Winkel mit einem platzierten Schuss genau neben den Pfosten. Fast keine Gegenwehr leistete Guineas Defensive beim Tor von Manchester-City-Profi Mahrez. Der Mittelfeldspieler hatte keine Mühe mit dem Ball in den Strafraum zu dribbeln, bei seinem Schuss in die Tormitte reagierte Guineas Torwart Ibrahim Koné falsch und sprang nach links. Auch beim dritten Treffer machte Guineas Hintermannschaft keine glückliche Figur: Ein Klärungsversuch war nicht energisch genug, Ounas konnte vom Elfmeterpunkt abstauben.

Neben Südafrika, das im Viertelfinale auf Nigeria trifft, war zuvor überraschend Außenseiter Benin ins Viertelfinale gekommen und spielt dort nun gegen Senegal. Zuvor hatte der ägyptische Fußballverband (EFA) nach dem Achtelfinal-Aus seinen mexikanischen Nationaltrainer Javier Aguirre entlassen. Verbandspräsident Hani Abu Raida erklärte zudem nur Stunden nach der 0:1-Niederlage bei dem Heim-Turnier gegen Südafrika seinen Rücktritt. Ägypten hatte den Afrika Cup zuvor siebenmal gewonnen, das Team um Champions-League-Sieger Mohamed Salah war auch in diesem Jahr als Favorit an den Start gegangen. 

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