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Sport - 2 Wochen ago

Bayer Leverkusen blamiert sich in Heidenheim

Mit einer schwachen Leistung verabschiedet sich die Werkself beim 1. FC Heidenheim aus dem DFB-Pokal. Bayer 04 zeigt mal wieder sein „zweites Gesicht“ und macht ein oft wiederholtes Versprechen einmal mehr zunichte.

Leere Blicke, hängende Schultern, totale Ratlosigkeit – einen größeren Unterschied zu den Jubelbildern vom vergangenen Samstag hätte es nicht geben können. Noch vor drei Tagen besiegte Bayer 04 Leverkusen dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit Rekordmeister Bayern München. Diesmal, im DFB-Pokal beim 1. FC Heidenheim, fiel die Leistung der Werkself nach der Pause signifikant ab, und es setzte eine peinliche Pleite.

„Das ist sehr enttäuschend, aber ich habe aufgrund unserer Leistung in der zweiten Hälfte selten eine Niederlage erlebt, die so verdient war“, sagte Bayers Nationalspieler Julian Brandt, der sein Team in der ersten Halbzeit sogar mit 1:0 in Führung gebracht hatte. „Das war viel zu schlampig von uns“, ergänzte Ersatzkapitän Julian Baumgartlinger selbstkritisch.

Bosz: „Das darf nicht passieren“

Peter Bosz, der den Trainerposten bei Bayer Leverkusen in der Winterpause übernommen hatte, hat nun erstmals schmerzhaft vor Augen geführt bekommen, zu welchen Leistungsschwankungen sein Team binnen kurzer Zeit im Stande ist. Während seine Spieler gegen die Münchener noch mit schnellen Kontern, blitzsauberen Doppelpässen, großer Laufbereitschaft und unermüdlichem Einsatzwillen bestachen, fehlte es diesmal an fast allem im Leverkusener Spiel.

„Unsere erste Halbzeit war noch ganz ordentlich, aber wenn man die zweite Halbzeit sieht, war die Niederlage berechtigt“, sagte der Niederländer nach dem Spiel. „Der Unterschied zwischen den Halbzeiten war einfach zu groß. Das darf nicht passieren. Wir hatten sehr viele unnötige Ballverluste, waren zu sehr beschäftigt mit dem Schiedsrichter anstatt Fußball zu spielen.“

Dragovic kommt zweimal zu spät

Recht erklären konnte Bosz den Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht, aber er ist auch nicht der erste Bayer-Trainer, der daran scheitert. Zwar versuchte der Coach beim Stand von 1:1 noch, durch die Einwechslung von Karim Bellarabi und Kevin Volland das Blatt 20 Minuten vor Abpfiff wieder zum Guten zu wenden, doch nur Sekunden nachdem die beiden frischen Offensivkräfte den Platz betreten hatten, fiel auch schon das 1:2.

Bayers Innenverteidiger Aleksandar Dragovic war bei beiden Gegentoren letzter Leverkusener Verteidiger

Möglicherweise hätte ein Tausch in der Defensive zu diesem Zeitpunkt sogar mehr Sinn gemacht. Boszs System steht und fällt in der Abwehr mit den Außenverteidigern. Gegen Heidenheim waren das Mitchell Weiser rechts und Wendell links. Beide sind sehr offensiv ausgerichtet und hatten in Halbzeit zwei bei mehreren schnellen Gegenangriffen der Heidenheimer ihre liebe Not, rechtzeitig wieder hinten zu sein. So musste als letzter Mann oft der eher hüftsteife Österreicher Aleksandar Dragovic retten, schaffte es aber zweimal nicht – beim 1:1 und beim 2:1 für Heidenheim.

Bayers Traum vom Pokalsieg

Für die Werkself ist die Niederlage mehr als nur ein kleiner Rückschlag. Seit Jahren lautet das Credo unterm Bayer-Kreuz, dass man auch mal eine Trophäe in dern Händen halten wolle. Noch im vergangenen März hatte Bayer-Verteidiger Jonathan Tah nach seiner Vertragsverlängerung gesagt: „Ich glaube, dass wir noch viel Potenzial in der Mannschaft haben. Ich will noch mehr Erfolg mit Bayer haben – und vielleicht mal einen Titel gewinnen.“

Gemeint ist damit in erster Linie immer der DFB-Pokal, den man in der Vereinsgeschichte bislang erst einmal, im Jahr 1993, gewinnen konnte. Denn während den Bayer-Verantwortlichen vollkommen klar ist, dass die Konstanz für die Meisterschaft über 34 Spieltage nicht ausreicht, um etwas zu gewinnen, benötigt man im Pokal nur sieben Siege für den Titel. Doch: vorbei! Nächster Versuch in der kommenden Saison…

Ohne Bender keine Chance?

Zwar ist bei Bayer 04 immer wieder die Rede vom starken Kader und der hohen Qualität der einzelnen Spieler – was auch zutrifft. Gleichzeitig aber scheint es so zu sein, dass die beiden Zwillingsbrüder Lars und Sven Bender für Bosz nur schwer zu ersetzen sind.

Wichtig für die Mannschaft, aber oft verletzt: Lars und Sven Bender

Lars, normalerweise Kapitän und rechter Außenverteidiger, fehlte wegen eines Muskelfaserrisses. Sein Bruder Sven, erste Wahl in der Innenverteidigung und gegen Bayern einer der besten Leverkusener, wurde geschont und durfte zu Hause bleiben. Doch einmal mehr zeigte sich: Offenbar ist ein Bayer ohne wenigstens einen der beiden Bender-Zwillinge in der Mannschaft, ein schlagbares Bayer.

Zwei Dinge hatte Peter Bosz nach dem Sieg gegen den FC Bayern gesagt: „Wir müssen noch an vielen Dingen arbeiten.“ Und bezogen auf die Partie in Heidenheim: „Es wird ein komplett anderes Spiel.“ Wie recht er doch hatte.

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