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Wissen - 2 Wochen ago

So groß wie Reiskörner: Mondsteine für 855.000 Dollar versteigert


Vielleicht ist es Fernweh, vielleicht die Faszination, etwas zu besitzen, was niemand sonst hat. Jedenfalls gibt es jemanden, der sich ein paar Stückchen Mondstein ordentlich etwas kosten lässt. Bei einer Auktion werden winzige Bröckchen für viel Geld versteigert.

Für 855.000 US-Dollar (752.000 Euro) sind die einzigen Mondsteine in privatem Besitz bei Sotheby's in New York versteigert worden. Die drei Steinchen in der Größe von Reiskörnern stammen von der unbemannten sowjetischen Luna-16-Mission aus dem Jahr 1970. Sie wurden zu Ehren des vier Jahre zuvor verstorbenen Vaters des sowjetischen Raumfahrtprogramms Sergej Pawlowitsch Koroljow dessen Witwe Nina Iwanowna geschenkt.

Die Witwe von Sergej Pawlowitsch Koroljow bekam die Steinchen ursprünglich geschenkt.

Alle Proben von Mondgestein sind normalerweise in der Hand der Regierungen in Moskau oder Washington. Die drei Steinchen sind die einzige Ausnahme, deren Herkunft einwandfrei dokumentiert ist. Als sie 1993 zum ersten Mal, ebenfalls bei Sotheby's, versteigert wurden, erzielten sie 442.500 Dollar. Ihr diesmaliger Schätzwert lag zwischen 700.000 und eine Million Dollar.

"Betrifft die ganze Welt"

"Die Erkundung des Weltraums betrifft die ganze Welt", sagte Sotheby's Expertin Cassandra Hatton im Vorfeld der Auktion. "Jeder kann in den Himmel schauen und sich darüber begeistern, deshalb haben wir viele Interessenten aus aller Welt und in allen Altersklassen".

Insbesondere Mondsteine haben ihre eigene "Mythologie". "Wenn man die tatsächlichen Kosten bedenkt – so viele Leben wurden auf dem Weg dahin geopfert", sagte Hatton weiter. "Diese ganze Symbolik, dieser Wert ist so viel größer als jeder Dollarbetrag, den jemand auf einer Versteigerung zahlen wird".

Sergei Pawlowitsch Koroljow, dessen Witwe die Steine ursprünglich geschenkt bekam, starb 1966 in Moskau an einem Herzinfakt. Er war am ersten Weltraumflug eines Menschen beteiligt, als 1961 Juri Gagarin ins All reiste. Außerdem arbeitete er an der R-7, der ersten Interkontinentalrakete, sowie am Start des Sputnik 1, dem ersten künstlichen Erdsatelliten.

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