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Wissen - 10.12.2018

„Game of Thrones“-Gewaltanalyse: Der Tod kommt schnell und brutal

Bislang gab es bei „Game of Thrones“ erst zwei natürliche Tode.


Irgendwann muss jeder sterben – nur bei „Game of Thrones“ endet so ein Leben schon mal ziemlich plötzlich. Eine neue Studie hat die Todesfälle der Serie analysiert und könnte damit vielleicht Hinweise für die finale Staffel liefern.

Enthauptung, Gift, Feuertod: In der Kultserie "Game of Thrones" haben Männer von niederem Stand besonders schlechte Überlebenschancen. Zudem haben prominent herausgearbeitete Charaktere eine hohe Todesrate. Das hat eine Analyse von 330 Charakteren aus den ersten sieben Staffeln ergeben, die Experten in einem Fachjournal über Verletzungen ("Injury Epidemiology") präsentieren. Wer in der nächsten Staffel mitraten will, welche Schauspieler vorzeitig ausscheiden, sollte auch ganz genau auf deren Verhalten achten: Personen, die ihre Allianzen nie wechseln, haben in der Fantasyserie demnach ebenfalls ein erhöhtes Risiko für den Serientod.

Beim wichtigsten Fernsehpreis der Welt hat "Game of Thrones" in diesem Jahr gleich neun Emmy-Trophäen abgeräumt: als bestes Drama und in vielen Nebenkategorien wie Make-up und Spezialeffekte. Die Serie begeistert Millionen Fans mit einer ziemlich komplexen Geschichte sowie einer gehörigen Prise Sex – und eben auch Gewalt. "Am Ende der siebten Staffel ist schon über die Hälfte aller Charaktere gestorben – 186 von 330", berichtete der Hauptautor Reidar Lystad vom australischen Institut für Gesundheitsinnovation der Macquarie Universität in Sydney. Die häufigste Todesursache sei mit großem Abstand Gewalt. Die kürzeste Überlebenszeit auf den Bildschirmen war elf Sekunden.

Auch feuerspuckende Drachen und eine eiskalte Zombie-Armee mischen in der Serienwelt mit, die ans Mittelalter angelehnt ist. Mehrere Familienstämme kämpfen um den "Eisernen Thron" des Kontinents Westeros – ein gefährlicher Ort. Dort finden gleich 80 Prozent aller Todesfälle statt, wie die Auswertung der Experten weiter ergab. Die Todesursachen listeten die Forscher ebenfalls akribisch auf: Knapp 74 Prozent starben an ihren Verletzungen, vor allem an Kopf und im Nacken – 13 Enthauptungen eingeschlossen. Und wie viele Charaktere sind eines natürlichen Todes gestorben? Gerade mal zwei: der runzelige Maester Aemon und die Alte Nan wegen Altersschwäche.

Vorhersagen für finale Staffel?

Die Studie könne vielleicht helfen, herauszufinden, wer sich wohl in der achten und letzten Staffel durchsetzen werde, hofft Lystad. Der US-Fernsehsender HBO zeigt die finale Staffel ab kommenden April. Für gewöhnlich sind die neuen Folgen unmittelbar nach dem US-Start auch in Deutschland zu sehen. Zum Abschluss soll es dem US-Magazin "Entertainment Weekly" zufolge zur größten Schlacht der Fernsehgeschichte kommen. Der Kampf gegen eine Armee von Untoten sei über Wochen im nordirischen Belfast gedreht worden. Das sieht nach viel Arbeit für eine neue Studie aus.

Der weltweite Hype um die Saga ist aus Sicht der Wissenschaft durchaus erklärbar. "Der Knackpunkt ist eine innere Spannung zwischen knallhartem Realismus und Fantasy", erklärte Kulturtheorie-Professor Jan Söffner von der Zeppelin Uni in Friedrichshafen am Bodensee. Im Gegensatz zu herkömmlicher Fantasy komme bei "Game of Thrones" tatsächlich immer alles anders, als man denke.

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