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Sport - 25.10.2018

Achraf Hakimi – Verteidiger mit extremem Offensivdrang

Vier Tore gegen das defensivstarke Team von Atletico Madrid, kein Tor kassiert. Borussia Dortmund spielt sich am dritten Spieltag der Champions League in einen Rausch. Dabei macht Achraf Hakimi eine ganz starke Partie.

Er ist der einzige Profi im Team, der sich Champions-League-Sieger nennen kann. Gleichzeitig ist er der jüngste Profi, der in der Dortmunder Mannschaft gegen Atletico Madrid auf dem Platz stand: Achraf Hakimi. Gleich bei seinem ersten Einsatz in der Königsklasse für den BVB zeigte der 19-Jährige beim 4:0 (1:0)-Erfolg der Schwarz-Gelben sein großes Potential.

An drei der vier Toren war der Marokkaner direkt beteiligt. In der ersten Halbzeit wurde Hakimi in der linken Strafraumhälfte angespielt, der offensive Außenverteidiger passte zurück ins Zentrum. An der Strafraumgrenze kam Axel Witsel an den Ball, ließ Thomas aussteigen und zog dann ab. Sein Schuss fälschte Lucas Hernandez ab und der Ball trudelte entgegen der Laufrichtung von Torwart Jan Oblak ins Tor (39. Minute).

Missverständnis mit dem Kapitän

Hakimi war überhaupt ständig und überall, vor allem in der Offensive anzufinden. Für einen Außenverteidiger nicht gerade sein Hauptarbeitsplatz, aber er ist halt ein Außenspieler mit extrem ausgeprägtem Offensivdrang. Mit allen Vor- und Nachteilen. Oft vernachlässigt Hakimi bei seinen vielen Angriffsbemühungen die Defensivarbeiten. Auch gegen Madrid gab es immer mal wieder Abstimmungsprobleme mit Teamkollegen, was zum einen mit der mangelnden Spielpraxis bei Real, zum anderen mit seinem erst kurzen Zusammenspiel mit der Dortmunder Mannschaft zu erklären ist. In der 65. Minute war Kapitän Marco Reus sehr verstimmt über Hakimi, als er, nachdem er selbst die Torchance mit eingeleitet hatte, Reus kreuzte und ihn so am Torschuss hinderte.

Insgesamt machte Hakimi aber ein tolles Spiel, setzte sich immer wieder in Szene. So wie beim zweiten Tor der Gastgeber, wo Hakimi vom eingewechselten Raphael Guerreiro auf der linken Seite angespielt wurde. Der passte zurück – genau an den Fuß des Teamkollegen, wo Guerreiro den Ball nur noch aus kurzer Entfernung über die Torlinie schieben musste (73.)  – ein wunderschön ausgespielter Konter. Später gelang dem Portugiesen nach einem Abwehrfehler sein zweites Tor (89.).

Riesentalent ohne viel Spielpraxis

Als Sohn marokkanischer Eltern ist Hakimi in Spanien geboren und aufgewachsen. Mit sieben Jahren wechselte er zu Real Madrid und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Vor einem Jahr gab er sein Debüt in der Primera Division. In 17 Pflichtspielen erzielte er zwei Tore und gewann am Ende der Saison sogar als erster Marokkaner die Champions League. Richtig überzeugen konnte das Riesentalent aber nur selten. Um ihm mehr Spielpraxis zu geben, lieh Real ihn jetzt im Sommer an den BVB für zwei Jahre aus.

Zwei Jungstars unter sich: Achraf Hakimi und Jadon Sancho

Hakimi ist flexibel einsetzbar. Während er bei Real fast immer auf der rechten Seite spielte, kam er bei der WM für die marokkanische Nationalmannschaft links zum Einsatz – wie jetzt auch beim BVB.  In der 83. Minute zog Hakimi nach Zuspiel von Mario Götze auf der linken Seite sein Tempo an und passte präzise in die Mitte auf den eingewechselten Jadon Sancho, der den Ball nur noch einschieben musste.

Ein Spiel, ganz nach Hakimis Geschmack. Der Dortmunder Neuzugang war vor allem wegen Trainer Lucien Favre und dessen Spielidee zum BVB gekommen. „Dortmund versucht immer die Initiative zu übernehmen. Und die Flügelspieler greifen oft mit an.“ Das war auch an diesem berauschenden Abend eindrucksvoll zu sehen.

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